Gäste-Info: Marktplatz 10, 95698 Neualbenreuth
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Kirchen und Kapellen

Wissenwertes zu einzelnen Punkten

Die Termine der Gottesdienste finden Sie jeweils in den aktuellen Pfarrbriefen der Pfarreien.

Allerheiligenkirche

Die Allerheiligenkirche ist neben der Pfarrkiriche St. Andreas das zweite bedeutsame Gotteshaus der Pfarrei Wernersreuth. Malerisch auf einer Waldwiese in der Barockzeit erbaut und etwa zwei Kilometer von Wernersreuth entfernt, wiest auch diese Kirche in ihrer vertrauten Erscheinung sowie die ehemals daneben bestandene Einsiedler-Klause eine eindrucksvolle und interessante Geschichte auf.

Ähnlich wie bei der Pfarrkirche gibt es keine Unterlagen über die Entstehung. Es heißt,
„…die Allerheiligenkirche war ursprünglich eine Waldkapelle, vom Besitzer der Kornmühle ex voto für Erhaltung seiner Viehherde erbaut…“

Der heutige Barockbau entstand 1717 bis 1732. Nach einer tiefgreifenden Renovierung 1973 bis 1978 wurde die Einweihung mit dem damaligen Weihbischof Flügel vollzogen.

"Alter Herrgott"

Diese kleine Kapelle steht im Egerer Hochwald an einer Wegkreuzung. Benannt ist sie nach einer Holzfigur, Gott-Vater darstellend mit wallendem Bart, die Weltkugel in der Linken, die segnende Rechte erhoben. Die Figur und die Kapelle stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Die Sage dazu erzählt, dass sich ein Ritter in der Wildnis des Tillenberges verirrt hatte und von Gott in Gestalt eines weißen Hirsches aus dem Wald herausgeführt wurde. Zum Dank dafür hat der Ritter diese Kapelle erbaut.

Lourdes Grotte

Die Lourdes-Grotte bei der Pfarrkirche St. Laurentius wurde 1907 unter Pfarrer Georg Weiß erbaut. Pfarrer Weiß schreibt im „Gedenkbuch für die Pfarrei Neualbenreuth“:

„Nach Mariä Himmelfahrt fing ich an, eine Lourdesgrotte zu bauen die am 10. November 1907 feierlich eingeweiht wurde. Wie der böse Feind immer seine Hand im Spiele hat, wenn Gutes geschaffen werden soll, brach während der feierlichen Andacht vor Übertragung der Lourdesstatue ein Brand aus im oberen Dorf. Alles lief davon, erst eine Stunde hernach konnte die Einweihung der Grotte erfolgen. So viele Gegner auch anfangs erstanden, so eifrig wird die Lourdesgrotte besucht. Für die Wohltäter und zu Ehren der Gnadenmutter wird jeden Samstag und Vorabend von Marienfesten der Rosenkranz in der Grotte gebetet, wenn nicht ohnehin eine Abendandacht in der Pfarrkirche stattfindet.“

Mögliche Hintergründe für die Erbauung:

  • Am 11. Februar 1858 erste Erscheinung Mariens in Lourdes, also 1908 der 50. Jahrestag.
  • Im Jahre 1907 führte Papst Pius X. ein Fest der Erscheinung Mariens in Lourdes für die ganze katholische Kirche ein.

Pfarrkriche "St. Andreas"

Wernersreuth wurde 1719 selbstständige Pfarrei.

Die kirchengeschichtliche Entwicklung liegt für die ersten Jahrhunderte weitgehend im Dunkeln.
Für eine frühe Entstehung der Kirche spricht der 16 Meter hohe, wuchtige Turm, der aus groben Bruchsteinen errichtet ist und schon vom Äußeren her den Eindruck einer Wehrkirche erweckt. Zweifellos zählt dieser Turm zu den ältesten Kirchenbauten im Stiftland und lässt auf einen Bau wohl aus dem 12. oder 13. Jahrhundert schließen.
Das erste Kirchlein dürfte mitsamt dem Turm zunächst nur einen bescheidenen Umfang aufgewiesen haben.

1639 wird die Wernersreuther Kirche als sehr baufällig geschildert. Um diese Zeit mag sie neugebaut oder mit Verwendung des alten Mauerbestandes restauriert worden sein, wobei aber der massive Turm in seiner ursprünglichen Form offenbar erhalten blieb.

Heute stellt sich die schmucke, altehrwürdige Pfarrkirche als ein bedeutendes, künstlerisches Kleinod dar, das unter den Sakralbauten des Stiftlandes einen hervorragenden Platz einnimmt.

Als Pfarrpatron von Wernersreuth fungiert von Anfang an der Hl. Apostel Andreas, dessen Patrozinium alljährlich am 30. November feierlich begangen wird.

Pfarrkirche "St. Laurentius"

Unsere Pfarrkirche St. Laurentius ist dem Schutzheiligen der Ewigen Stadt des Christentums geweiht. Er war einer der strahlenden Märtyrergestalten der Kirche Roms und ist einer der meist verehrten Heiligen in aller Welt.

Den Märtyrertod erlitt er 258 n.Chr., indem man ihn auf einen glühenden Rost warf. Er hatte sich als Erzdiakon geweigert, das Kirchenvermögen an den Präfekten herauszugeben, wie es der Christenverfolger Valerian gefordert hatte.

1284 erstmalige Erwähnung der Pfarrei
1428 damalige Holzkirche übersteht Feuersbrunst der Hussiten
1634 Einäscherung durch die Kosaken, nur steinerne Sakristei bleibt verschont
1730 Grundsteinlegung zum Bau der jetzigen Kirche
1733 Fertigstellung des Barockbaus
1782 Fertigstellung des Kirchturmes

Die Kirche wurde aus der normalen Ost-West-Richtung gedreht, um in ihrer beeindruckenden Größe komplett auf Egerer Grund zu passen.
Besonders sehenswert ist die gemalte Scheinarchitektur des Hochaltars, die aus der Erbauerzeit stammt.

Das Egerer Wappen, von barockem Blattwerk umrahmt, symbolisiert die Zugehörigkeit zu Eger.

Das Deckengemälde zeigt die Patrona Bavariae, wie sie einen Engel mit weißblauer Fahne nach Neualbenreuth hinunterschickt und unter ihren Schutz stellt, ein historischer Tatbestand, da nach Abschluss des Wiener Vertrages Neualbenreuth an die bayerische Krone fiel.
Das Deckenbild im Altarraum zeigt den Kirchenpatron während seines Martyriums.

Eine Besonderheit im Langhaus sind die beiden seichten Ausbuchtungen, wo sich wohl im Anklang an die Stiftskirche Waldsassen die überlebensgroßen Statuen der abendländischen Kirchenväter und großen Kirchenlehrer Augustinus, Ambrosius, Gregor des Großen und Hieronimus befinden.

Weitere Informationen über unsere Pfarrkirche finden Sie in unserem Kirchenführer – erhältlich in der Gäste-Information Neualbenreuth/Sibyllenbad, Preis 4,00 €.

Die „neue“ Orgel in der Pfarrkirche „St. Laurentius“

Kurz nach dem Bau unserer Pfarrkirche St. Laurentius (1733) wurde während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in ihr die erste Orgel mit mechanischer Technik installiert. Um das Jahr 1910 erneuerte man das komplette Innenleben durch ein pneumatisches Werk (arbeitet mit Luftdruck).

Dann hat sich herausgestellt: Pneumatische Orgeln sind sehr störanfällig und schwer zu spielen. Da ein solches Orgelwerk eine durchschnittliche Lebensdauer von 60 Jahren hat, musste nach gut 90 Jahren Einsatz jeden Augenblick damit gerechnet werden, dass das gesamte System zusammenbricht.

Im Februar 2002 wurde der Orgelbau-Verein gegründet. Nach mehreren Besichtigungsfahrten beauftragte der Kirchenrat die Firma Vleugels aus Hardheim bei Würzburg mit der Restauration der Kirchenorgel. Das Originalgehäuse sollte erhalten bleiben; aber um die zusätzlichen Register (Klangfarben) unterzubringen, wurde es verbreitert. Einige Register fanden ihren Platz im bisher stummen Rückpositiv in der Emporenbrüstung. Die Orgel hat jetzt 36 klingende Register und wird über drei Manuale (Klaviaturen) gespielt.

Am 16. Januar 2005 fand schließlich die feierliche Einweihung durch Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller aus Regensburg statt. Glanzpunkte setzten der Neualbenreuther Kirchenchor mit Orchester und Solistin bei der Uraufführung der „Missa brevis in B“ und dem „Laudate Dominum“ von W. A. Mozart. An der Orgel spielte Prof. Norbert Düchtel aus Regensburg.

Kapelle "Maria Frieden"

Kurz unterhalb des Grenzlandturmes steht die Kapelle „Maria Frieden“, die im Juni 1963 eingeweiht wurde. Sie drückt den Friedensgedanken in unmittelbarer Grenznähe aus. 1967 wurde vom Egerer Landtag rechts neben der Kapelle ein Ehrenmal für die Toten, Vermissten, Gefallenen und Opfer der Vertreibung errichtet.

Auf dem Gedenkstein ist folgende Inschrift zu lesen: Unseren Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung.“. Darunter ist das Wappen der Stadt Eger zu sehen. Die Kapelle steht stellvertretend für die dem Verfall preisgegebenen Wallfahrtsorte jenseits der Grenze.

Nikolauskirche

Zwischen Altmugl und Mähring steht eine kleine Kirche, die dem Heiligen Nikolaus geweiht ist. Der Hl. Nikolaus ist der Patron der Handelsleute. Kirchen ihm zu Ehren wurden gerne an Grenzen und Übergängen erbaut.
Heute kommt am Nikolaustag der Nikolaus aus dem Wald und bringt den Kindern kleine Geschenke.

Der Sage nach blieb ein Bauer mit seinem Fuhrwerk stecken, ging in die Niklaskirche und holte die Niklasstatue. Er lehnte sie an den Wagen, Nikolaus schob mit an, der Bauer fuhr weiter, blieb abermals stecken. Da fiel ihm die Statue ein, er lief zurück, holte die Statue, machte sie sauber und stellte sie in die Kirche zurück. Dann konnte er ohne Probleme weiterfahren.

Schönstatt-Kapelle

An der Straße zum Grenzlandturm in landschaftlich reizvoller Lage steht die kleine „Schönstatt-Kapelle“. Sie erhielt am 1. Mai 1978 den kirchlichen Segen.

Die Kapelle wurde von Familien an der Stelle erbaut, an der schon im Jahre 1968 der Schönstatt-Priester Kaplan Georg Frank einen Bildstock zu Ehren der dreimal wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstatt, errichtet hatte.
Schönstatt ist ein Marienwallfahrtort bei Koblenz am Rhein. Hier gründete Pater Josef Kentenich am 18. Oktober 1914 die inzwischen weltweit ausgebreitete Schönstattbewegung, eine marianisch-apostolische Erziehungsbewegung in der Kirche, die sich in besonderer Weise gerufen sieht, die Ergebnisses des zweiten Vatikanischen Konzils in gelebte Wirklichkeit um zusetzen.

Hier an der Grenze sind es Familien, die sich dem Erbe und Vermächtnis des Vaters und Gründers Pater Kentenlich verpflichtet fühlen. Die schmucke Kapelle steht allen offen, die in den Anliegen der Kirche und in persönlichen Bitten die Mutter des Herrn anrufen wollen.

Wallfahrtskirche Kleine Kappl "St. Sebastian"

Die Wallfahrtskirche ist dem Heiligen Sebastian geweiht.

In den Pestzeiten spielten die Wallfahrtskirchen eine große Rolle. St. Sebastian ist der Patron gegen die Pest und andere schwere Krankheiten.

Sebastian war Befehlshaber im Römischen Heer, geschätzt vom Kaiser, der, als er erfuhr, dass Sebastian Christ war, ihn bekehren wollte. Sebastian blieb standhaft. Bogenschützen überschütteten ihn mit Pfeilen, er aber wurde wieder Gesund. Genesen reiste er zum Kaiser, um ihm die Grausamkeiten vorzuhalten, wurde aber mit Keulen getötet. Christen haben ihn an der Via Appia beigesetzt, wo später eine Kirche entstand.

Warum Pestpatron?
Bei den Alten wurde die Pest durch Pfeile, die Gott als Strafe für die Sünden schickte, versinnbildlicht – Sebastian überstand die Pfeile.
Bei der Pest wurde das Vertrauen der Christen in den Hl. Sebastian nicht enttäuscht.

Die Kirche Kleine Kappl

  • Mitte des 15. Jahrhunderts als Schlosskapelle errichtet
  • 1725 Abriss der baufälligen Kapelle
  • 1729 Einweihung der neuen Kirche

Die Kleine Kappl ist im Inneren reich an reifen Werken des Rokoko. Die Saalkirche besitzt eine reich bemalte Spiegeldecke. Der barocke Hochaltar, die Rokokokanzel und die Seitenaltäre werden durch die geschnitzte Doppelempore ergänzt. Der Rokokoaltar des heiligen Johannes Nepomuk an der nördlichen Chorwand mit einem Altarblatt von Elias Dollhopf besitzt einen Schrein, in dem der heilige Leib des Märthyrers Felix ruht. Auch die Deckenfresken sind von Elias Dollhopf, im Zentrum der Hl. Sebastian, die Menschheit vereinigend dargestellt. Symbolhaft der Globus und die vier Erdteile.

Noch heute findet im September eine Trachtenwallfahrt von Neualbenreuth zur Kleinen Kappl statt.