5. Die Verfluchung der Tillenstadt

Die Sage erzählt, dass vor langen, langen Jahren auf dem Tillen eine der reichsten und schönsten Städte lag, die man sich je vorstellen konnte.

 

Die Bewohner bezogen ihren Reichtum aus dem unermesslichen Schatz, der sich im Berginnern befand.

Doch der Reichtum bekam den Tillenstädtern nicht.

Die Moral verfiel, Geiz und Habsucht paarten sich mit List, Betrug und Raubgier.

Auch hielten sie nur das Innere ihrer Stadt instand, die beschwerlichen ‚Wege zur Stadt waren in solch einem schlechten Zustand, dass oft die Wagen steckenblieben, Räder brachen, Pferde verendeten.


Als wieder einmal ein Fuhrmann mit einem schweren Wagen zur Tillenstadt fuhr, brach an einer fast unpassierbaren Stelle die Achse und seine ganze Ladung rollte den Berg hinab.

Der erboste Fuhrmann verfluchte mit gellender Stimme die Stadt und ihr „höllisches Geschlecht“ und wünschte, sie möge in den Erdboden versinken.


Kaum hatte er die Worte gesprochen, gab es einen gewaltigen Donnerschlag und der Tillen hüllte sich in eine dichte Nebelwolke.

 

Als sich der Nebel verzogen hatte, war die Tillenstadt in die Tiefe des Berges versunken.