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Patrozinium „St. Sebastian“

Am 20. Januar wird in der "Kleinen Kappl" das Fest des Kirchenpatron St. Sebastian gefeiert.

Patrozinium nennt man den Tag, an dem eine katholische Pfarrgemeinde gemäß dem liturgischen Kalender den Gedenktag des Heiligen begeht, dessen Namen ihre Kirche trägt. Er hat den Rang eines Hochfests.

Schon immer hatte Sebastian zu den volkstümlichen Heiligen gezählt. Und so gibt es um „Sebastiani“ viel Brauchtum, besonders in und um Wallfahrten. Im schmucken Wallfahrtskirchlein – weithin die „Kleine Kappl“ genannt – wird am 20. Januar, das Fest des Kirchenpatrons St. Sebastian gefeiert. Sebastian soll am 20. Januar des Jahres 288 von Soldaten des Kaisers Diokletian in der Rennbahn von Rom mit Stöcken zu Tode geprügelt worden sein.

Vorher war Sebastian schon einmal dem Tod durch die Pfeilschüsse entronnen, die der Kaiser angeordnet hatte, als er erfahren hatte, dass der von ihm sehr geschätzte Soldat Sebastian ein gläubiger Christ war. Nach seiner Genesung beschuldigte Sebastian den Kaiser mutig des Verbrechens der Christenverfolgung.

Der Heilige Sebastian gilt als Patron der Sterbenden, der Eisenhändler, Töpfer, Zinngießer, Gärtner, Gerber, Soldaten und Kriegsinvaliden. Er wird gegen die Pest und gegen Viehseuchen angerufen.

Die Verehrung des Heiligen als „Pestpatron“ geht darauf zurück, dass die Pest erlosch, als man im Jahr 680 die Reliquien durch die Straßen von Rom getragen hatte.
Als um die Mitte des 15. Jahrhunderts vom Geschlecht der Laminer, die das Gut Ottengrün von den Leuchtenbergern und später vom Kloster Waldsassen als Lehen hatten, die Kappl als Schlosskapelle erbaut wurde, weihte man das Kirchlein wegen der grassierenden Pest dem heiligen Sebastian. Bald stand dann auch eine Wallfahrt zu dem als „Pest- und Viehpatron“ verehrten Heiligen in voller Blüte.
Die Reformation unterbrach diese und erst um 1660 wurden die Wallfahrten wieder aufgenommen. Sie hatten großen Zulauf, zumal Gebetserhörungen und Heilungen auf Fürbitten des Kirchenpatrons bekannt wurden. Unter Kaiser Joseph II. wurde am 31. Oktober 1786 durch ein Hofdekret die „Pfarrlokalie Ottengrün“ genehmigt. Aber noch während der Regierungszeit von Joseph II. wurde die Wallfahrt zum hl. Sebastian eingestellt. 1846 kam Ottengrün zum Königreich Bayern und damit vom Erzbistum Prag zur Diözese Regensburg. Die Wallfahrtskirche wurde der Pfarrei Neualbenreuth als Expositur zugeteilt.

„Sewastiani“, wie der Namenstag im Dialekt der Region heißt, ist für die Menschen in der Fraisch seit jeher mit das bedeutendste Kirchenfest und es wird nach wie vor unter großer Beteiligung gefeiert.

Text: Friedrich Scharnagl

Kapplkirche St. Sebastian bei Ottengreun

Samstag, 20. Januar 2018

10:00 Uhr   Festgottesdienst in der Kapplkirche St. Sebastian bei Ottengrün

18:00 Uhr   gemütlicher Abend mit Musik im Gasthof „Kleine Kappl“